Konzepte

3. Schritt

Erste Ziele formulieren

Grundsätzlich geht es in einem Kommunalen Konzept darum, Angebote transparent zu machen, Handlungsbedarfe und -möglichkeiten zu identifizieren, Akteur*innen einzubinden, Praxiserfahrungen zu reflektieren, Arbeitsstrukturen zu systematisieren und wirkungsvolle Lösungsansätze zu finden. Ein Kommunales Konzept spiegelt die Gegebenheiten vor Ort wider und dient unter anderem den Beteiligten als Orientierung und Arbeitshilfe.

Wenngleich die Strukturen und jeweiligen Herausforderungen in jeder Kommune spezifisch sind, hat sich gezeigt, dass die beteiligten Fachkräfte vergleichbare Herausforderungen sehen, Ziele und zugrundeliegende Ideen teilen und auch ähnliche Erfolgsfaktoren benennen.

Auch wenn das Ziel der verbesserten Integration in das Schulsystem und die Verbesserung des Bildungserfolgs von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen offensichtlich ist, muss jede Kommune für sich entscheiden, wie dieses Ziel zu konkretisieren ist, damit es die Realität vor Ort abbildet. Dafür ist es wichtig sowohl thematische als auch zielgruppenspezifische Schwerpunkte aufzuführen. Eine Kommune setzt den zielgruppenspezifischen Schwerpunkt zum Beispiel auf neu zugewanderte Schüler*innen innerhalb der Berufskollegs, eine andere Kommune plant Verbesserungen für neu zugewanderte Schüler*innen in der Grund- und weiterführenden Schule. Je konkreter Ziele formuliert werden, desto genauer kann eine Aussage darüber getroffen werden, welche Zielgruppe im Vordergrund steht, an welchen Indikatoren die Zielerreichung abzulesen ist (z.B. Anzahl der qualifizierten Berufsabschlüsse) und welche Ressourcen zum Einsatz kommen.

In diesem Schritt geht es zunächst um eine Schwerpunktsetzung und die damit verbundenen übergeordneten Ziele, die dann durch die Bedarfsabfrage in Schritt 6 (Ziele konkretisieren sowie Aktivitäten und Mikroprojekte initiieren) erneut konkretisiert und angepasst werden. Dazu zählt auch die Formulierung von ersten Themenschwerpunkten.

Hierzu einige Eindrücke aus den Kommunen:

Bochum

Bochum

In Bochum wurden zu Beginn die folgenden Themenschwerpunkte für die weitere Arbeit festgelegt:

Außerschulische Aktivitäten gestalten und weitere Institutionen einbinden, Übergange besser gestalten (Verfahren, Diagnose), Kooperation zu KAoA ausbauen und Sprachförderung verbessern. Dazu wurden die folgenden ersten konkreten Ziele formuliert:

  • eine Netzwerklandkarte erstellen
  • Eine Abfrage der Bedarfe vor Ort initiieren
  • Mikroprojekte und neue Aktivitäten erproben

Zudem wurde der Schwerpunkt in Bochum vor allem auf die weiterführenden Schulen und die Berufskollegs gelegt.

Mülheim an der Ruhr

Mülheim an der Ruhr

In Mülheim an der Ruhr wurden zu Beginn die folgenden Themenschwerpunkte formuliert:

  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaften (von Neuzugewanderten) stärken
  • Schulstandards für Neuzugewanderte entwickeln
  • Orientierung für das deutsche Bildungssystem bieten
  • Schul- und Unterrichtsentwicklung in Bezug auf die Integration von Neuzugewanderten voran bringen

Der Fokus lag in Mülheim dabei vor allem auf den Grund- und weiterführenden Schulen. Es konnten bereits zu Beginn drei konkrete Projektschulen für weiteren geplanten Aktivitäten gewonnen werden.

Kreis Recklinghausen

Kreis Recklinghausen

Im Kreis Recklinghausen wurden zu Beginn die folgenden Themenschwerpunkte formuliert:

  • Übergänge gestalten und Beratung ausbauen
  • Transparenz über Angebotsstruktur schaffen
  • Schnittstellenmanagement durchführen
  • Kreisweite Netzwerke stärken

Der Kreis Recklinghausen hat den Schwerpunkt auf die Berufskollegs gelegt und dabei vor allem den Übergang von der Schule in den Beruf fokussiert. Zu den oben aufgeführten Themenschwerpunkten wurden im Kreis Recklinghausen bereits zu Beginn erste konkrete Ziele formuliert:

Die Akteure…

  • Verstehen sich als Mitglieder eines Netzwerks, das im Regionalen Bildungsnetzwerk nachhaltig verankert ist
  • Haben ein gemeinsames Verständnis von Begrifflichkeiten, Rahmenbedingungen und Zielsetzungen im Themenfeld
  • Kennen und nutzen die Kooperations- und Kommunikationsstrukturen unter den Akteur*innen
  • Nutzen das Konzept als Orientierungshilfe
  • Kennen die Angebote in angrenzenden Themenfeldern
  • Sind dazu angeregt, den ressortübergreifenden Dialog für eine bessere Verzahnung aller relevanter Akteure zu vertiefen
  • Erkennen weitere Entwicklungsbedarfe im Themenfeld
  • Nutzen das Konzept als Basis für neue, innovative Vorhaben und Projekte innerhalb bestehender Organisationsformen

3.1 Adressat*innen und Zielgruppe Kommunaler Konzepte benennen

Wichtig ist es zu Beginn des Prozesses eine genaue Begriffsbestimmung der verschiedenen Akteure*innen durchzuführen. Erst dadurch werden die unterschiedlichen Rollen transparent gestaltet und es ermöglicht eine passgenaue Beteiligung der entsprechenden Personen.

Als Adressat*innen Kommunaler Konzepte sind neben der unteren und oberen Schulaufsicht, den Schulleitungen und Lehrkräften, den Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern auch die Entscheidungsträger und Mitarbeiter*innen zu nennen, die für Bildung und Integration in der Verwaltung zuständig sind und deren gesetzlicher Auftrag es ist, die Bildungswege von jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit zu gestalten und zu fördern.

Zu diesen Institutionen zählen die KI‘n, die mit der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (kurz LaKI) verbunden sind, und die RBB‘s. Neben den Einrichtungen, die durch ihren gesetzlichen Arbeitsauftrag die Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen fördern, sind auch diejenigen zu nennen, die diese Arbeit als freiwillige Aufgabe innerhalb der Kommune übernehmen. In der Regel sind dies die freien Träger, Migrantenselbstorganisationen oder Stiftungen. Es ist Aufgabe kommunaler Entscheidungsträger*innen zu klären, ob und wie die Kooperationspartner*innen außerhalb der Verwaltung und alle weiteren Adressat*innen des Konzepts an der Entwicklung des Kommunalen Konzeptes zu beteiligen sind.

Die Zielgruppe, der in den Kommunalen Konzepten beschriebenen Aktivitäten und Maßnahmen, sind die neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen.

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