Themenfelder

Bei der Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in das Bildungssystem spielen viele Themenfelder eine zentrale Rolle. Angefangen von einheitlichen Einstufungsverfahren, über Sprachdiagnostik bis hin zur Berufsorientierung gibt es viele verschiedene Facetten, die die Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen beeinflussen.

Welche Meilensteine sind in der Bildungskette entscheidend, um den Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen zu verbessern? In welchen Themenfeldern ist die eigene Kommune bereits gut aufgestellt? Welche Praxisbeispiele und welche Instrumente gibt es schon? Welche Themen sollten noch weiterbearbeitet und verbessert werden?

Zu Beginn des Projektes konnten bereits 32 übergreifende Themenfelder der gesamten Bildungskette identifiziert werden. Diese wurden als Grundlage für eine erste Bedarfsanalyse genutzt. Nun sollen sie stetig weiterentwickelt werden. Die hier benannten Themenfelder werden zukünftig mit weiteren Inhalten und konkreten Beispielen aus den Kommunen gefüllt.

32 wichtige Themenfelder bei der Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in das Bildungssystem

Im Rahmen des Projektes konnten insgesamt 32 zentrale Themenfelder identifiziert werden, die bei der Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in das Bildungssystem eine zentrale Rolle spielen. Diese konnten in vier Cluster eingeteilt werden: Voraussetzungen, Bildungsbiografien, Bildungssystem und Strukturen. Die Themenfelder, die im Rahmen des Projektes aufgegriffen wurden, konnten hinsichtlich der Ausgangslage, gemeinsamer Ziele, Erfolgsfaktoren und Good-Practice-Beispielen bearbeitet werden.

Übersicht der Themenfelder (PDF)

Ausgewählte Themenfelder im Rahmen des Projektes "Wegbereiter"

Alphabetisierung

Einleitung und Definitionen

Einleitung und Definitionen

Eine signifikante Anzahl neu zugewanderter Kinder ist nicht alphabetisiert. Zusätzlich zum Zweitspracherwerb stellt dies die Lehrkräfte vor eine große Herausforderung. Grundsätzlich unterscheidet man verschiedene Formen von Analphabetismus:

  • Primäre Analphabet*innen sind nicht zur Schule gegangen. Sie haben daher weder lesen noch schreiben gelernt und keinerlei Lernerfahrungen gesammelt. Dies zeigt sich im Alphabetisierungsunterricht in vielfältiger Weise: Arbeitsweisen und Wissen im Umgang mit Büchern ist primären Analphabet*innen nicht geläufig. Lernstrategien sind ihnen nicht vertraut. Zudem weist diese Personengruppe eine sehr geringe Sprachbewusstheit in der L1 auf.
  • Funktionale Analphabet*innen haben eine Schule besucht, in der ihnen schriftsprachliche Kompetenzen vermittelt wurden. Die vorhandenen schriftsprachlichen Kompetenzen erlauben ihnen jedoch nicht, den schriftsprachlichen Anforderungen ihrer Gesellschaft gerecht zu werden. Von funktionalem Analphabetismus betroffen zu sein, hängt somit vom Grad des schriftsprachlichen Mindeststandards einer Gesellschaft ab.

  • Sekundärer Analphabetismus: Trotz zunächst ausreichender schriftsprachlicher Kompetenz vermeidet diese Personengruppe das Lesen und Schreiben. Häufig sind Ängste die Ursache hierfür. Grundsätzlich gilt: Vorhandene schriftsprachliche Kenntnisse können „verlernt“ werden. Dies geschieht unter Umständen in einem Umfeld, in dem die Schriftsprache kaum eine Rolle spielt. Wird daher nicht regelmäßig gelesen und geschrieben, so kann es auch in solchen Fällen zu einem „Verlernen“ kommen.

Zweitschrifterwerb

Zweitschrifterwerb

Menschen, die in einer nicht lateinischen Schrift alphabetisiert wurden, sind keine Analphabet*innen (vgl. die Definitionen oben). Sie bedürfen lediglich einer Einführung in die lateinische Schrift. Auch unter Teilnehmer*innen des Zweitschrifterwerbs kann funktionaler Analphabetismus vorkommen. In solchen Fällen ist eine reine Einführung in die lateinische Schrift oft nicht ausreichend.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

Immer wieder werden neu zugewanderte Kinder und Jugendliche eingeschult, die entweder noch gar nicht oder in einer anderen Schrift alphabetisiert sind. Neben der Vermittlung der deutschen Sprache und den fortlaufenden Unterrichtsinhalten müssen diese Schüler*innen Kenntnisse in der lateinischen Schrift erwerben.

Mülheim an der Ruhr:

Das Kommunale Integrationszentrum hat den Bedarf frühzeitig erkannt. Die Mitabeiter*innen haben Fortbildungen absolviert, um bei diesem Themenfeld Hilfestellung leisten zu können. Mitarbeiter*innen von Schulen sind bislang nicht berechtigt, Fortbildungen zum Thema Alphabetisierung zu besuchen.

Recklinghausen:

Neu zugewanderte Schüler*innen aus dem Kreis Recklinghausen besuchen in Recklinghausen (Internationale Orientierungsklassen [IOK] Kurfürstenwall) einen Alphabetisierungskurs bzw. verschiedene Alphabetisierungskurse. Für die Internationalen Förderklassen der Berufskollegs werden weitere Vorbereitungskurse angeboten. Das Projekt „Angekommen in deiner Stadt – Kreis Recklinghausen" bietet zudem zwei Alphabetisierungskurse an, um einzelne Schüler*innen gezielter zu stärken und zu fördern (IOK-Lehrer*innen arbeiten hierzu im Austausch mit „Angekommen“).

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche, bei denen Analphabetismus festgestellt wurde, benötigen neben dem Zweitspracherwerb eine besondere Förderung. Nur so können sie den Anschluss an die schulischen Anforderungen erreichen.
Entscheidend ist, die jeweilige Form des Analphabetismus so früh wie möglich zu diagnostizieren. Der Erwerb der lateinischen Schrift ist mit entsprechenden Methoden zu fördern. Da das familiäre Umfeld einen großen Einfluss auf die schriftsprachliche Entwicklung des Kindes hat, werden die Eltern im Sinne einer gelungenen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft engmaschig miteinbezogen. 

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Im Rahmen der sprachlichen Bildung neu zugewanderter Kita-Kinder werden die Literacy-Fähigkeiten besonders gefördert. Dazu zählen die Wahrnehmung der Schrift, die Kenntnis über den Aufbau von Schrift, das Kennenlernen der Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur.
  • Bei neu zugewanderten Kindern wird der Alphabetisierungsgrad in der Kita bzw. in der Grundschule festgestellt.
  • Die Lehrkräfte (aus Grundschule, Sek I, Sek II und Berufskolleg) werden im Bereich der Alphabetisierung und ihrer Relevanz für die schulische Entwicklung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher qualifiziert. Zu den Fortbildungsinhalten zählen der Zweitschrifterwerb, die Binnendifferenzierung und die Unterscheidung zwischen Zweitsprachler*innen und primären Analphabet*innen.
  • Die Alphabetisierung neu zugewanderter Schüler*innen erfolgt in kleinen Gruppen.
  • Die Förderung nicht alphabetisierter Kinder findet in einer wertschätzenden und mutmachenden Atmosphäre statt.
  • Neu zugewanderte Eltern werden durch praxisnahe Projekte und Angebote in die sprachliche Bildung ihres Kindes miteinbezogen. Sie erhalten die Möglichkeit, an Integrationskursen zur Alphabetisierung teilzunehmen. Die Erstsprache der Eltern wird berücksichtigt.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Mülheim an der Ruhr:

Regelmäßig stattfindende Lehrkräftequalifizierung in unterschiedlichen Formaten.

Kreis Recklinghausen:

Die Internationalen Orientierungsklassen (IOK) der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule in Recklinghausen verfügen über Alphabetisierungsklassen. Einzelne Schüler*innen können zusätzlich in zwei Alphabetisierungskursen über das Projekt "Angekommen" gezielter gefördert werden (IOK-Lehrer*innen arbeiten hierzu im Austausch mit "Angekommen", siehe dazu auch https://www.an-ge-kommen.de/).

Mehrsprachigkeit

Einleitung

Einleitung

Mehrsprachigkeit ist die Fähigkeit eines Menschen, mehr als eine Sprache zu sprechen oder zu verstehen. Wer außer seiner Herkunftssprache noch eine andere Sprache spricht, hat die Möglichkeit, auf verschiedene kulturelle und sprachliche Erfahrungen zurückzugreifen. Entscheidend für den erfolgreichen Erwerb mehrerer Sprachen ist die Qualität und Quantität der sprachlichen Angebote. Je früher mit dem Erwerb der zweiten Sprache begonnen wird, desto besser.

Viele neu zugewanderte Kinder kommen erst in der Kita bzw. in der Schule zum ersten Mal mit der deutschen Sprache in Berührung. In der Regel lernen Kinder nach relativ kurzer Zeit einen grundlegenden Wortschatz, der ihnen die Kommunikation im Alltag ermöglicht.

Eine erfolgreiche Bildungslaufbahn setzt umfangreiche Sprachkenntnisse voraus. Um die dafür erforderlichen abstrakten Fähigkeiten zu entwickeln, benötigen Kinder mit Deutsch als Zweitsprache eine durchgängige Sprachbildung. Das häusliche Umfeld hat auf die sprachliche Entwicklung des Kindes besonders großen Einfluss. Daher sind die Eltern als Ressource miteinzubeziehen.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • Die Förderung der Erstsprache hat positiven Einfluss auf das Erlernen einer Zweitsprache. Mehrsprachigkeit ist zudem eine Ressource, die auch für das Berufsleben wichtig sein kann.
  • Durch den Besuch des herkunftssprachlichen Unterrichts kann bei einer guten Leistung in der Sprachprüfung (nach Klasse 9 oder 10) eine mangelhafte Leistung in einer Fremdsprache ausgeglichen werden.
  • Sprache bedeutet zudem Identität. Die Wertschätzung aller Sprachen, ob Fremdsprache oder Dialekt, ist daher für das Selbstwertgefühl der Menschen wichtig.

Mülheim an der Ruhr:

  • Mehrsprachigkeit gehört zum schulischen Alltag dazu, wird allerdings weiterhin als zusätzliche Herausforderung für die Schulen angesehen. Der Mehrwert von Mehrsprachigkeit ist noch nicht allen Lehrkräften bewusst, sollte aber als Ressource im Unterricht genutzt werden. 

Kreis Recklinghausen:

  • Vielfalt und Mehrsprachigkeit gehören mehr denn je zum schulischen Alltag. Eine immer größer werdende Anzahl von Kindern lernt Deutsch nicht als erste und einzige Sprache. Zunehmend wachsen Kinder in einer Lebenswelt mit wenig sprachlicher Anregung und Differenziertheit auf.
  • Bei einigen neu zugewanderten und geflüchteten Menschen gibt es starke Sprachbarrieren. Nicht nur im Alltag, sondern auch in Beratungen, behördlichen Angelegenheiten und schulischen Eltern-Lehrer-Gesprächen können aus sprachlichen Barrieren auf beiden Seiten Verständigungsschwierigkeiten, Missverständnisse und Unsicherheiten entstehen.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für die sprachliche Bildung in Kita und Grundschule ist den Fach- und Führungskräften sowie den politisch Verantwortlichen bewusst. Dabei wird die Mehrsprachigkeit wertgeschätzt und als Ressource betrachtet. Erzieher*innen und Lehrkräfte werden umfänglich dahingehend qualifiziert. Da das familiäre Umfeld einen großen Einfluss auf die sprachliche Entwicklung des Kindes hat, werden die Eltern im Sinne einer gelungenen Erziehungs- und Bildungspartnerschaft engmaschig miteinbezogen. Gemeinsame Ziele sind:

  • Entwicklung von weiteren Sprachangeboten
  • Implementierung der Angebote und Förderung des gesamten Themas in allen Schulformen
  • Mehrsprachigkeit auch im Unterricht gezielter nutzen
Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Es stehen in ausreichendem Umfang Plätze für die vorschulische und schulische Bildung bzw. Betreuung neu zugewanderter Kinder zur Verfügung.
  • Die sprachlichen Angebote werden an die individuellen Entwicklungsverläufe neu zugewanderter Kinder angepasst.
  • Für die Förderung der Mehrsprachigkeit steht in Kitas und Schulen ausreichend Zeit zur Verfügung.
  • Die herkunftssprachlichen Kompetenzen der neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen werden in die Förderung miteinbezogen. Dazu besuchen neu zugewanderte Kinder regelmäßig den herkunftssprachlichen Unterricht.
  • Kitas und Schulen verfügen über ein durchgängiges Sprachbildungskonzept.
  • Die pädagogischen Fachkräfte werden im Bereich der Mehrsprachigkeit und ihrer Bedeutung für den Zweitspracherwerb qualifiziert.
  • Sprachliche Barrieren werden mithilfe von Dolmetscher*innen überwunden.
  • Neu zugewanderte Eltern werden über die Bedeutung der kindlichen Sprachentwicklung und hier insbesondere über die Mehrsprachigkeit informiert. Sie werden durch praxisnahe Projekte und Angebote in die sprachliche Bildung ihres Kindes miteinbezogen.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

Mülheim an der Ruhr:

Kreis Recklinghausen:

Berufsorientierung

Einleitung

Einleitung

Der Einstieg in das Berufsleben ist für neu zugewanderte Jugendliche ein wesentlicher Baustein für eine gelingende Integration. Sie stehen vor der Herausforderung, ein realistisches Berufsziel zu formulieren und sich im beruflichen Umfeld selbstbewusst zu behaupten.
Um ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern, ist eine zusätzliche Unterstützung innerhalb der schulischen Berufsorientierung von großer Bedeutung. Daher sind Maßnahmen zur Verbesserung der sprachlichen, sozialen und lebenspraktischen Kompetenzen sehr wichtig.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • Viele neu zugewanderte Eltern und Schüler*innen sind mit dem deutschen bzw. NRW-spezifischen (Aus-)Bildungssystem kaum vertraut. Informationen darüber sind wichtig, damit die Betreffenden ihre Möglichkeiten und Voraussetzungen erkennen können.
  • Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Kommunalen Koordinierungsstelle des Landesvorhabens von „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA).
  • Berufsorientierung findet überwiegend in den Schulen statt. Die Bundesagentur für Arbeit und die Berufsberatung kann in Teilen mehrsprachig beraten. Allgemeine Informationsveranstaltungen finden aber auf Deutsch statt.
  • Die Anerkennung von Zeugnissen ist oftmals eine Hürde und ein langwieriger Prozess.

Mülheim an der Ruhr:

  • Bei vielen neu zugewanderten Eltern und Schüler*innen herrscht Unwissenheit über das Schul- bzw. Ausbildungssystem in Deutschland.
  • Die Anerkennung von Zeugnissen, Schulabschlüssen oder Universitätszertifikaten spielt eine Schlüsselrolle. Sie sollte noch schneller ermöglicht werden.
  • Die Sprache gilt als wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Berufsorientierung. Kenntnisse über arbeitsspezifische Begriffe sind unabdingbar und sollten noch stärker fokussiert werden.

Kreis Recklinghausen:

  • Sowohl viele neu zugewanderte Schüler*innen als auch ihre Eltern haben kaum Kenntnisse über das deutsche Ausbildungssystem. Neben Informationen zum Bildungssystem sollten Jugendliche die Möglichkeit erhalten, bestimmte Berufsfelder kennenzulernen.
  • Auch das Regionale Bildungsbüro (RBB) arbeitet eng mit den Koordinator*innen des Projektes „Kein Abschluss ohne Anschluss” (KAoA) und dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) zusammen.
  • Die Kommunale Koordinierungsstelle KAoA im Kreis Recklinghausen begleitet die beteiligten Partner*innen: Schulaufsicht, Schulen und Bildungsträger. Sie unterstützt die Abstimmung und Umsetzung vor Ort.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Neu zugewanderte Jugendliche werden beim Übergang von der Schule in den Beruf in ihrer sprachlichen und beruflichen Integration unterstützt. Um ihre Berufswahlkompetenz zu stärken, werden sie über das deutsche bzw. NRW-spezifische Schul- und Ausbildungssystem aufgeklärt. Sie erhalten zudem Informationen über den Umgang mit Behörden. Unterstützt werden diese Jugendlichen außerdem im Hinblick auf ein eigenständiges Leben in den Bereichen Wohnen, gesundheitliche Versorgung, Freizeit und Sportangebote. Da die Eltern in der Regel die Stärken und Schwächen ihrer Kinder gut kennen, werden sie in den Prozess der Berufswahlorientierung als kompetente Partner*innen miteinbezogen und bekommen alle relevanten Informationen.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Für neu zugewanderte Jugendliche stehen Unterstützungsangebote zur Erreichung von Bildungsabschlüssen zur Verfügung.
  • Gemeinsam mit den neu zugewanderten Jugendlichen werden im Rahmen der Berufsorientierung aufenthaltsrechtliche Fragen geklärt.
  • Zeugnisse, die Jugendliche aus ihren Herkunftsländern mitbringen, werden zeitnah anerkannt.
  • Für neu zugewanderte Jugendliche sind in ausreichendem Maße Beratungsangebote für die berufliche Orientierung vorhanden.
  • Zu Informationsveranstaltungen, die der beruflichen Orientierung dienen, wird in mehreren Sprachen eingeladen. Diese Veranstaltungen sollten für die Schüler*innen verpflichtend sein. Darüber hinaus stehen den Jugendlichen mehrsprachige Informationsbroschüren zur Verfügung.
  • Die weiterführenden Schulen, das Regionale Bildungsbüro und das Kommunale Integrationszentrum arbeiten eng mit der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA-kompakt) und der „Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ (KoKoBiNz) zusammen. Die Berufskollegs und die Schulaufsicht werden in die Zusammenarbeit verlässlich eingebunden.
  • Zwischen den weiterführenden Schulen und der Berufsberatung bzw. dem Jugendmigrationsdienst findet eine enge Zusammenarbeit statt.
  • Zwischen Lehrkräften und den neu zugewanderten Jugendlichen besteht die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
  • Unternehmen werden gewonnen, die neu zugewanderten Jugendlichen die Möglichkeit bieten, über Berufspraktika erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.
  • Die Schüler*innen erhalten bei den Besuchen der Gewerbebetriebe Informationen über offene Praktikums- oder Ausbildungsstellen sowie die Möglichkeit, sich zu bewerben
  • Universitäten werden gewonnen, die neu zugewanderten Jugendlichen die Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen im Hochschulbereich zu sammeln.
  • Neu zugewanderte Schüler*innen, die ohne eine berufliche Perspektive ihre Schullaufbahn beenden, werden weiterhin gefördert und unterstützt.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Informationsveranstaltungen für Eltern in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit
  • Berufsinformationsmesse mit Sprachmittler*innen
  • Gelungene Praxisbeispiele für eine ganzheitliche und alle Schüler*innengruppen berücksichtigende Berufsorientierung finden sich häufig bei den SIEGEL-Schulen. Diese werden für ihre hervorragenden Angebote zur Berufsorientierung ausgezeichnet (Informationen dazu: https://www.netzwerk-berufswahlsiegel.de/netzwerk/vor-ort/nordrhein-westfalen/mittleres-ruhrgebiet/).
  • Seminare und Workshops mit Organisationen und Vereinen

Mülheim an der Ruhr:

Kreis Recklinghausen:

Übergänge gestalten

Einleitung

Einleitung

Übergänge zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen stellen für Kinder und deren Eltern eine Herausforderung dar. Das gilt insbesondere für den Übergang von der Grund- in die weiterführende Schule. Damit ist eine entscheidende Weichenstellung für den Verlauf der Bildungsbiografie verbunden, die bei Kindern sowie Eltern von Unsicherheit begleitet ist. Die Entwicklung kommunaler Übergangskonzepte erzeugt Sicherheiten auf unterschiedlichen Ebenen: für Schulen, kommunale Akteur*innen wie Bildungsbüros und Schulverwaltung, aber auch für die Endzielgruppe der Schüler*innen sowie für ihre Eltern.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • In Bochum gibt es verschiedene Angebote von der Grundschule bis zur Ausbildung, die die Übergänge neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher begleiten und unterstützen (vgl. Good-Practice-Beispiele).
  • Unterstützung erhalten Kinder und Jugendliche, die nicht genau wissen, welche Möglichkeiten sie haben.
  • Die Jugendlichen müssen erst über die Möglichkeiten ihrer Bildungslaufbahn informiert werden, um sich entscheiden zu können.

Mülheim an der Ruhr:

  • Es gibt keine speziellen Angebote für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche (abgesehen von KAoA: siehe oben). Es gibt lediglich Angebote für alle sowie Brückenangebote (Erdmännchen) für Vorschulkinder ohne Kitaplatz.

Kreis Recklinghausen:

  • Schüler*innen wissen häufig nicht, was sie nach der Schule machen wollen, obwohl Unterstützungsangebote vorhanden sind
  • Sie suchen sich mitunter Berufsfelder aus, die für sie nicht realistisch sind oder haben ein falsches Bild von den entsprechenden Berufen.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Neu zugewanderte Kinder wechseln im Anschluss an die Grundschule seltener auf höhere Schulformen. Damit haben sie geringere Chancen zum Erwerb höherer schulischer Bildungsabschlüsse. Das Handeln schulischer und außerschulischer Partner*innen sollte daher vernetzt werden, um durch abgestimmte Vorgehensweisen eine verbindliche Zusammenarbeit zu schaffen und bestehende Benachteiligungen durch gezielte Förderungen auszuräumen. Dies gilt bis hin zur Berufsorientierung.

Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Kompetenzpass Bochum: Elf Netzwerkschulen haben im Projekt „Schulen im Team – Übergänge gemeinsam gestalten“ einen Kompetenzpass entwickelt. Er dokumentiert für alle am Lernprozess Beteiligten, welche Lern-, Sozial- und Methodenkompetenzen die Schüler*innen jeweils in den Klassen 2, 4 und 6 erworben haben bzw. weiterentwickeln konnten. Diese Einschätzungen bieten Eltern und Lehrkräften eine weitere Hilfestellung bei der Wahl einer geeigneten weiterführenden Schulform. Der Kompetenzpass wurde mittlerweile in allen Grundschulen in Bochum eingeführt. (Quelle: https://www.rvr.ruhr/fileadmin/user_upload/01_RVR_Home/02_Themen/Wissen_Bildung_Soziales/Bildung/BildungsImpulse_Ruhr/PDF_Bildungsimpulse/2017_BildungsImpulse_Ruhr_Ausgabe_4_RVR.pdf Seite 26, Stand 14.09.2020).
  • Die Broschüre „Wegweiser” bietet einen umfassenden Überblick über alle weiterführenden Schulen Bochums. Beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I dient sie der Orientierung, um eine geeignete Schule zu finden. (Quelle: https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W2BHTEHU441BOCMDE/$File/Schulwegweiser-Bochum.pdf, Stand 14.09.2020).
  • Schulbezirkszentrale Informationsveranstaltung zum Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule
  • Mehrsprachige Elterninformationsveranstaltungen zum deutschen (Aus-)Bildungssystem für neu zugewanderte Jugendliche und deren Eltern
  • Unter Federführung der LaKI: Arbeitskreis Übergang Schule-Berufe
  • Berufsinformationsmesse (BIM): Hier können sich Interessierte über Berufe und Studienmöglichkeiten informieren. Für Neuzugewanderte, die nicht ausreichend Deutsch können, stehen Sprachmittler*innen zur Verfügung (für die Sprachen Kurdisch, Arabisch, Persisch und Türkisch). Siehe hierzu: bim-was-geht.de

Mülheim an der Ruhr:

  • Mikroprojekt Mülheimer Schultüte
  • Arbeitskreis Übergang Kita–Grundschule
  • Stadtteilbezogene Netzwerke im Bereich des Übergangs von der Kita zur Grundschule
  • Bildungshaus
  • Ergebnisse aus dem Projekt „Schulen im Team“ (http://www.schulen-im-team.de/startseite)
  • Brückenprojekte für Vorschulkinder ohne Kitaplatz

Kreis Recklinghausen:

  • Siehe Good-Practice-Beispiele unter Berufsorientierung

Übergang in das Regelsystem

Einleitung

Einleitung

Integration und Deutschförderung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler

Mit dem Erlass „Integration und Deutschförderung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler“ vom 15. Oktober 2018 wird die Heterogenität dieser Schüler*innengruppe in den Blick genommen. Ziel ist, eine frühzeitige Integration jedes Einzelnen erreichen zu können. Der Erlass ermöglicht aus diesem Grund verschiedene Formen des Unterrichtsbesuchs:

  • in vollständig äußerer Differenzierung, also in eigenen Lerngruppen (Nummer 3.5.1),
  • in teilweise äußerer Differenzierung, also durch den Besuch einer eigenen Lerngruppe und der teilweisen Teilnahme am Regelunterricht (Nummer 3.5.2) oder
  • in innerer Differenzierung, also im Rahmen einer vollständigen Teilnahme am Regelunterricht (Nummer 3.5.3).

In dieser Zeit sind die Schüler*innen noch keinem Bildungsgang zugeordnet und erhalten infolgedessen noch keine Zeugnisse. Sie erhalten sogenannte Lernstandsberichte, auch, wenn sie eventuell schon (teilweise) am Regelunterricht teilnehmen (Nummer 6.1, Satz 2).

Da sich stetig Änderungen in den aktuellen Erlassen ergeben, ist es zielführend, die aktuellen Bedingungen beim Schulministerium nachzulesen.

Quelle: https://www.schulministerium.nrw.de

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • In Bochum wird der Übergang von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen durch die Regionalkonferenz geregelt.
  • Anwesende sind die Dezernent*innen, die Schulformsprecher*innen, die Leitung des SVA und das Kommunale Integrationszentrum (KI).
  • Organisiert wird die Regionalkonferenz durch das SA.
  • Ein bedarfsgerechter Übergang fördert die Bildungschancen von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen. 

Mülheim an der Ruhr:

  • Die Anschlussförderung ist meist unklar und stellt die Schulen weiterhin vor große Herausforderungen.
  • Dem Kind bleiben noch immer Förderungen verwehrt (z. B. eine sprachsensible Gestaltung des Unterrichts).

Kreis Recklinghausen:

  • Die Strukturen für den Übergang in das Regelsystem sind weiterhin unklar.
  • Sprachliche Schwierigkeiten der Schüler*innen sind eine große Herausforderung bei dem Übergang in das Regelsystem
  • Unter Regelsystem wird häufig die Phase nach der Erstförderung an den Schulen verstanden. Das Regelsystem wäre dann das System aus Schulformen und Bildungsgängen, das für alle Schüler*innen gilt. Bestimmte Fähigkeiten oder Berechtigungen sind demzufolge Voraussetzung. So ist der Besuch einer gymnasialen Oberstufe für Schüler*innen zum Beispiel aus Haupt- und Gesamtschulen nur möglich, wenn sie die Leistungsvoraussetzungen erfüllen, also die deutsche Sprache beherrschen und die Fachoberschulreife mit Qualifikation besitzen. Die Chancen für relativ neu zugewanderte Jugendliche sinken, je höher die Zugangsvoraussetzungen sind. Das führt dazu, dass Schulabschlüsse und Bildungsziele gelegentlich korrigiert werden müssen oder die Zeit zum Erreichen eines bestimmten Bildungsziels länger ausfällt als geplant.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Alle neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen erhalten spätestens nach zwei Jahren an einer Schule einen passenden Schulplatz. Es stehen auch nach Ablauf der zwei Jahre räumliche und personelle Kapazitäten für die Beschulung der neu zugewanderten Schüler*innen zur Verfügung. Die aufnehmenden Schulen erleichtern den neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen den Übergang durch Anschlussförderungen, wie zum Beispiel eine sprachsensible Unterrichtsgestaltung oder Förderung im Bereich der Alphabetisierung. Grundsätzlich zielt die Anschlussförderung darauf ab, die fachlichen Verstehensprozesse zu erleichtern und bildungssprachliche Kompetenzen aktiv zu fördern. Allen Schüler*innen soll durch sprachliche Differenzierungen ein besseres Verstehen des Unterrichtsstoffs ermöglicht werden. Die Lehrkräfte erhalten entsprechende Qualifizierungsangebote. Alle Schulen innerhalb der Kommunen engagieren sich gemeinsamen für den Übergang in das Regelsystem.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Jedes neu zugewanderte Kind, jeder neu zugewanderte Jugendliche wird individuell beraten.
  • Den neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen stehen individuelle Förderangebote zur Verfügung.
  • Zwischen den beteiligten Institutionen sorgen verlässliche Strukturen für einen reibungslosen Informationsfluss.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Kreis Recklinghausen:

  • Baukasten zur Diagnose und Maßnahmen in der Erst- und Anschlussförderung von neu zugewanderten Schüler*innen über das KI: 
  • Der Baukasten kann Schulen in ihrem Entwicklungsprozess unterstützen. Er ist an eine systemische Beratung gekoppelt. Der Baukasten besteht aus etwa 50 Karten mit Impulsen zu Zielen, wichtigen Schritten und Tipps, die den Prozess optimieren können. Im Beratungsprozess kann individuell ausgewählt werden, welche der Impulskarten für das jeweilige System relevant sind.
  • Spezifische Förderangebote - wie das Sprachlerndiplom oder Fachsprache an den Berufskollegs - werden im Rahmen des Projektes "Angekommen" durchgeführt.

Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften oder Fortbildungen für Bildungsakteur*innen

Einleitung

Einleitung

Innerhalb des Projektes Wegbereiter – Bildungswege für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche bereiten wurden mit den beteiligten Kommunen bedarfsorientierte Qualifizierungsangebote entwickelt. In den themenorientierten Workshops standen verschiedene Fragen im Vordergrund: zum Deutscherwerb, zur Unterrichtsentwicklung, zur rechtlichen und sozialen Situation Neuzugewanderter und zur interkulturellen Elternarbeit. Zielgruppe der Angebote waren Erzieher*innen aus dem Elementarbereich, Lehrkräfte aus unterschiedlichen Schulformen, Schulsozialarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen der schulpsychologischen Beratungsstellen, Migrationsfachkräfte und ehrenamtlich Tätige.

Siehe Gemeinsame Qualifizierungsreihe 2020 (Aktivität)

Neben der Vermittlung der theoretischen und praktischen Inhalte war für die Teilnehmenden besonders der kollegiale Austausch von Bedeutung, aber auch das gegenseitige Kennenlernen. Gemeinsame Fortbildung für unterschiedliche Berufsgruppen (multiprofessionelle Teams) durchzuführen, erwies sich teilweise als schwierig, da zum Beispiel die Kompetenzteams der Bezirksregierungen ausschließlich für die Ausgestaltung der Lehrer*innenfortbildungen zuständig sind und die Teilnahme für andere Berufsgruppen ausgeschlossen ist. Zudem werden noch weitere Qualifizierungen und Fortbildungen für die entsprechenden Zielgruppen angeboten. Anbieter sind beispielsweise das jeweilige Kompetenzteam der Kommune, die Landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI) oder das QUA-LIS.

Weiterführende Informationen zu vorhandenen Fortbildungen und Qualifizierungen:

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

Viele Bildungsakteur*innen (Lehrkräfte, OGS-Kräfte und Schulsozialarbeiter*innen etc.) arbeiten täglich mit neu zugewanderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammen. Aus der konkreten Arbeit heraus ergeben sich viele Fragen, die wiederum zu konkreten Qualifizierungsbedarfen führen.

Dies betrifft auch die Fachkräfte aus dem Beratungsbereich (zum Beispiel Schulpsycholog*innen, Migrationsberater*innen, abgeordnete Lehrer*innen etc.), die regelmäßig neu zugewanderte Kinder und Jugendliche beraten und unterstützen. Damit haben diese Fachkräfte Einfluss auf die Bildungschancen dieser Zielgruppe. Für die Mitarbeiter*innen der oben genannten Institutionen wurden bedarfsgerechte Qualifizierungen durchgeführt.

Kreis Recklinghausen:

Aufgrund der Größe des Kreises Recklinghausen ist es schwierig, die Qualifizierungsangebote umfassend darzustellen. Kern der Lehrkräftefortbildung sind die Kompetenzteams. Alle Lehrkräfte – zum Beispiel von Universitäten, Bildungswerken oder Maßnahmenträger*innen – können hierüber freiwillig Angebote wahrnehmen. Zudem wurde im Jahr 2020 eine gemeinsame digitale Qualifizierungsreihe für alle drei Kommunen des Projektes "Wegbereiter" angeboten.

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die pädagogischen Fachkräfte, die mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen arbeiten, erhalten Qualifizierungen, die sich an ihren Bedarfen orientieren. Diese Fachkräfte sind im Vorfeld an der Auswahl der Inhalte und der Fortbildungsformate (halbtägige Veranstaltung, Tagesveranstaltung, mehrtägige Veranstaltung) zu beteiligen. Neben der Wissensvermittlung und der Anwendung von praxisnahen Methoden und Verfahren sollte Raum zur Reflexion der eigenen Haltung (zum Thema Interkulturelles Handeln) gegeben sein. Um einen kollegialen Austausch zwischen schulischen und außerschulischen Partner*innen zu ermöglichen, sind multiprofessionelle Fortbildungssettings anzustreben. Die Bedarfe werden regelmäßig von der Zielgruppe abgefragt, um ihnen gerecht werden zu können.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Die Auswahl der Themen und des Fortbildungsformats (halbtägige Veranstaltung, Tagesveranstaltung, mehrtägige Veranstaltung) wird auf die Bedürfnisse der pädagogischen Fachkräfte zugeschnitten und regelmäßig abgefragt.
  • Neben Präsenzveranstaltungen finden auch Onlineworkshops statt.
  • Bei der Schwerpunktsetzung sollten Themen wie interkulturelles Arbeiten, Sprachförderung und Sprachbildung, Traumatisierung durch Fluchterfahrungen sowie rechtliche Fragen Berücksichtigung finden.
  • Die Fortbildungsinhalte orientieren sich an der Praxiserfahrung und den Fragen der Teilnehmer*innen.
  • Theorie und Praxis beziehen sich unmittelbar aufeinander. Dabei werden die theoretischen Inhalte von den Referent*innen so aufbereitet, dass sie in der Praxis erprobt werden können. Die Referent*innen sorgen für eine wertschätzende Atmosphäre.
  • Die Fortbildungen sollten zur Entlastung der Teilnehmer*innen führen.
  • Um die Arbeit mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, sind multiprofessionelle Fortbildungsgruppen anzustreben.
  • Um allen Fachkräften die Teilnahme zu ermöglichen, sind die Angebote kostenfrei.
  • Die Tagungsräume sind von ihrer Größe ausreichend und gut mit Medien ausgestattet.
  • Die Fachkräfte werden im Vorfeld rechtzeitig und umfassend über die Fortbildungsangebote informiert.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Qualifizierungsreihen 2019 und 2020 für Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen und sonstige Interessierte nach Bedarfsabfrage. (Präsenzworkshops 2019); Digitale Workshops 2020: https://www.ruhrfutur.de/wegbereiter/qualireihe) Weitere Infos zur Umsetzung und Planung sind im Kommunalen Konzept von Bochum zu finden.
  • Onlineplattform zum Austausch für (DaZ-)Lehrkräfte
  • Übersicht über die digitalen Fortbildungsangebote der Schulverlage

Mülheim an der Ruhr:

Netzwerk, Austausch und Informationsfluss

Einleitung

Einleitung

Damit neu zugewanderte Kinder, Jugendliche und deren Eltern sich innerhalb sowie außerhalb der Schule schnell zurechtfinden, ist eine enge Zusammenarbeit institutioneller und ehrenamtlich Tätiger notwendig. Nur so können gezielt flankierende Maßnahmen neben den vom Gesetzgeber bereitgestellten Angeboten initiiert werden.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen arbeiten zum Beispiel am Thema Zuwanderung. Diese Arbeitsinhalte sind teilweise deckungsgleich oder überschneiden sich. Der fehlende Austausch zwischen den Institutionen führt zu Doppelstrukturen.

Mülheim an der Ruhr:

  • In den relevanten Themenfeldern gibt es vor Ort bereits einige Netzwerke. Unklar ist, ob diese für die Zielgruppe der neu zugewanderten Familien ausreichen und ob sie zielgerichtet genutzt werden.

Kreis Recklinghausen:

  • Die Größe des Kreises hat zur Folge, dass sich viele Organisationen und Einzelpersonen mit dem Thema beschäftigen. Dadurch kommt es vermehrt zu Doppelstrukturen.
  • Im gesamten Kreis ist der Austausch zwischen den verschiedenen beteiligten Akteur*innen noch zu gering.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Die institutionellen und ehrenamtlichen Akteur*innen im Bereich der Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher in das Bildungssystem sind bekannt. Mit den Akteur*innen sind abgestimmte und transparente Netzwerkstrukturen aufgebaut worden. Dies ermöglicht eine aufeinander abgestimmte Planung schulischer sowie außerschulischer Bildungs- und Betreuungsmaßnahmen. Durch die Bündelung von Erfahrungswissen und Ressourcen werden deckungsgleiche Angebote identifiziert und Doppelstrukturen vermieden.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Innerhalb der Kommune sind die Zuständigkeiten für die Koordinierung des Netzwerkes geregelt. Die Akteur*innen haben innerhalb der Kommune feste Ansprechpartner*innen.
  • Den Kommunen sind die Kontaktdaten, Ansprechpartner*innen, Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereiche der Akteur*innen bekannt. Eine Zuordnung der einzelnen Angebote auf die jeweiligen Sozialräume ist gegeben.
  • Der Informationsfluss ist durch regelmäßige Arbeitstreffen, wie zum Beispiel Schulkonferenzen, Runde Tische, organisiert. Die Ergebnisse der Arbeitstreffen werden dokumentiert und den Beteiligten zeitnah zur Verfügung gestellt.
  • Die Nutzung digitaler Medien (Datenbank mit der Auflistung aller Aktivitäten, Erstellen eines Newsletters etc.) unterstützt den Austausch und den Informationsfluss.
  • Das Netzwerk reflektiert in regelmäßigen Abständen, wie die Kooperation zu verbessern ist und welche gemeinsamen Ziele zu verfolgen sind.
  • Die Zusammenarbeit ist geprägt durch Vertrauen sowie eine konstruktive Gesprächs- und Beziehungskultur.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Netzwerklandkarte: Im Rahmen des Projektes Wegbereiter wurde eine zweiteilige Netzwerklandkarte erstellt. Sie bildet die in Bochum vorhandenen Netzwerke, die sich hauptsächlich oder im Querschnitt mit dem Thema Zuwanderung/Migration befassen, ab. Insgesamt wurden 45 Gremien identifiziert. Die Gremien wurden in der Netzwerklandkarte nach Themenbereichen zusammengefasst. Die Sammlung der verschiedenen Arbeitsgruppen und -kreise, Netzwerke, Gremien, runden Tische etc. schafft Transparenz: Schnittstellen werden aufgezeigt, die weitere Vernetzung und die Kontaktaufnahme können unterstützt werden. Siehe Netzwerksammlung (PDF)           
  • Netzwerk „Sprachsensible Schulentwicklung“
  • Onlineplattform „Bildungschancen Ruhr“: Dort sind Übersichten über Bildungs- und Beratungsangebote für Neuzugewanderte zu finden: Link: www.bildungschancen.ruhr.

Mülheim an der Ruhr:

  • KokoBiNz als zentrale Koordinerungsstelle
  • Partnerschaften für Demokratie
  • Zentrale Koordinierungsstellen werden für die Informationsweitergabe und den -austausch genutzt.

 Kreis Recklinghausen:

  • Netzwerkexperiment im gesamten Kreis Recklinghausen
  • Koordinierungsgruppe Neuzugewanderte & Bildung (RBB, 40.1 Projekt „Wegbereiter“ und KI)
  • Arbeitskreis Schulsozialarbeiter*innen
  • Arbeitskreis Ausbildung, Beruf in Gladbeck

 

Zusammenarbeit mit dem Sozialraum

Einleitung

Einleitung

Im behördlichen Sinne meint der Begriff "Sozialraumorientierung" eine von Verwaltung und Politik definierte Raumeinteilung in Stadtteile oder Regionen, die häufig mit der Implementierung von Sozialraumbudgets verbunden wird. Sozialraumorientierung ergänzt die gesamtstädtische Betrachtungsweise um eine lokale Perspektive, die kleinere Einheiten in den Blick nimmt. Bezugspunkte sind Räume, die von den dort Wohnenden als zusammengehörende Lebensbereiche angesehen werden. [Quelle: in Anlehnung an Handbuch zur Sozialraumorientierung, Berlin 2009]

Ein so ausgerichteter Fachdiskurs wird seit Mitte der 1990er-Jahre im Zuge des Programms „Soziale Stadt“ sowie sozialräumlicher Umbauprozesse der kommunalen Jugendhilfe in verschiedenen deutschen Städten geführt. Dazu heißt es in den Informationen der Städtebauförderung: Im Rahmen der Weiterentwicklung der Städtebauförderung wird ab 2020 das Programm „Soziale Stadt“ mit dem neuen Programm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ fortentwickelt. Die Programmziele bestehen weiterhin darin, […]  die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu unterstützen und den Zusammenhalt in der Nachbarschaft zu stärken. Im neuen Programm werden das Quartiersmanagement und die Mobilisierung von Teilhabe und ehrenamtlichem Engagement stärker betont. [Quelle: www.staedtebaufoerderung.info/StBauF/DE/Programm/SozialeStadt/soziale_stadt_node.html]

Auch die drei beteiligten Kommunen erhalten Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“. Dabei führte der räumliche Blick auf Bildung dazu, neben den bisher genannten Akteur*innen weitere Institutionen als Ressource miteinzubinden. Dies sind kulturelle Einrichtungen wie Musikschulen, Theater und Museen, aber auch Sportvereine und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Die Sozialraumorientierung bedient sich dabei der Methode der Vernetzung, siehe hierzu auch Themenfeld Netzwerk, Austausch und Informationsfluss.

Ausgangslage

Ausgangslage

Bochum:

  • Die Angebote sollen an den Bedarfen und Lebenssituationen von Menschen in den jeweiligen Stadtteilen angepasst werden. Nur so werden die Angebote von der Zielgruppe im Sozialraum wahrgenommen und akzeptiert.
  • Die Zusammenarbeit außerschulischer Partner*innen sollte erweitert und verstärkt werden.

Kreis Recklinghausen:

  • Bereits vorhandene Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Recklinghausen (gemeinsamer Campingausflug am 18. und 19.09.2020)
  • Kooperation, offene Angebote und gemeinsamer Treffpunkt für Schüler*innen der Gymnasien und junge geflüchtete Jugendliche (in Kooperation mit dem Projekt "Angekommen")
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Bezogen auf neu zugewanderte Familien verfolgt die Sozialraumorientierung ein konkretes Ziel: Sie will über attraktive und niedrigschwellige Angebote im direkten Umfeld der Familien die Lern- und Lebenschancen verbessern, die Teilhabechancen stärken, aber auch die Rahmenbedingungen im Bereich Wohnen, Soziales, Gesundheit und Bildung verbessern. Weitere Träger und Einrichtungen aus dem Umfeld sollten aktiver miteingebunden werden.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Neu zugewanderte Familien kennen die Anlaufstellen im Stadtteil und erleben konkrete Unterstützung im Alltag.
  • Die schulischen und außerschulischen Partner*innen arbeiten im Stadtteil eng zusammen.
  • Die Arbeit im Stadtteil findet trägerübergreifend statt. Die Ansprechpersonen der Institutionen mit ihren Verantwortlichkeiten und Aufgabenbereichen sind untereinander bekannt.
  • Gemeinsam werden Bedarfe bei der Zielgruppe ermittelt, vorhandene Ressourcen genutzt und attraktive Angebote initiiert.
  • Es werden Angebote geschaffen, die neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen auf niedrigschwelliger Ebene und im Freizeitbereich weitere Begegnungen ermöglichen.
  • Bei der Entwicklung neuer Angebote werden die neu zugewanderten Familien miteinbezogen.
  • Standardisierte Prozesse für die Zusammenarbeit erleichtern die Kommunikation untereinander und sorgen für die Nachhaltigkeit der Projekte.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Stadtteilbüro: Das Stadtteilbüro ist die erste Anlaufstelle vor Ort in den Stadtteilen Werne und Langendreer-Alter Bahnhof. Hier werden Fragen beantwortet, Kontakte vermittelt, Anregungen und Ideen für die Stadtteile aufgegriffen. Das Stadtteilbüro lädt explizit dazu ein, sich mit dem Stadtteilmanagement über aktuelle Entwicklungen oder künftige Planungen auszutauschen. Außerdem informiert das Büro über Förderprogramme im Stadterneuerungsgebiet WLAB, wie beispielsweise das Hof- und Fassadenprogramm oder den Stadtteilfonds. Im Stadtteilbüro finden Gespräche zur Erstinformation über Förderprogramme statt. Zudem können Terminanfragen gestellt oder Förderanträge abgegeben werden.
  • Das Stadtteilbüro ist Arbeits- und Besprechungsraum, erste Anlaufstelle zur Stadt und die offizielle Adresse des „Soziale Stadt“-Projektes in WLAB. Die Stadtteilbüros organisieren Stadtteilkonferenzen. Infos über die Stadtteilbüros finden Sie hier.
  • Die Interkulturelle Woche wird in Zusammenarbeit mit Sozialraumakteur*innen durch das KI Bochum organisiert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
  • Wattenscheider Weltkindertag: Das bunte Kinderfest findet jährlich in Zusammenarbeit mit Sozialraumakteur*innen in Wattenscheid statt.

https://www.waz.de/staedte/wattenscheid/der-kindertag-wird-in-wat-runde-zehn-jahre-und-noch-bunter-id227103561.html

  • Hustadtteilfest: Das Fest soll das friedliche Zusammenleben der Bewohner*innen des Quartiers „Hustadt“ stärken.

https://ifak-bochum.de/event/hustadtteilfest-2019/

  • Informationsveranstaltung zum Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule (Zusammenarbeit der Schulen und sonstiger Bildungs- und Beratungsakteur*innen des Sozialraums): Zielgruppe sind Kinder der 4. Klasse und deren Eltern.

Mülheim an der Ruhr:

  • Naturerlebniswoche für Grundschulkinder: Viele Kinder in Eppinghofen sind in den Ferien auf sich gestellt, da die Familien nicht über die zeitlichen und/oder finanziellen Ressourcen für ein spannendes Ferienprogramm verfügen. Die Naturerlebniswoche bietet den Kindern die Möglichkeit, abwechslungsreiche Aktivitäten im unmittelbaren Wohnumfeld zu erleben. So fanden beispielsweise Besuche bei einem Imker und einem Bauernhof statt. Außerdem wurden die Bewohner*innen in und an der Ruhr sowie Stadtbäume erforscht.
  • Die Naturerlebniswoche erleichtert den teilnehmenden Familien nachhaltig den Zugang zu den kennengelernten Institutionen.
  • Eltern-Kind-Frühstück: Dieses monatliche Angebot richtet sich an Eltern und Kinder aus dem Stadtteil. Expert*innen informieren dabei niederschwellig und in entspannter Atmosphäre über wechselnde Themen. Die Auswahl der Themen orientiert sich an den Bedarfen der Familien, die regelmäßig abgefragt werden. Themenbeispiele sind: Kita-Anmeldung, Vorsorgeuntersuchungen, gesunde Ernährung, Bildungs- und Teilhabepaket, Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit.
  • Das Eltern-Kind-Frühstück trägt u. a. dazu bei, Hemmnisse im Kontakt mit Fachämtern der Stadtverwaltung abzubauen und Kontakte zu knüpfen.
  • Werkstattwoche: Die jährlich stattfindende Aktionswoche mit zahlreichen Akteur*innen aus dem Stadtteil wird unter einem wechselnden Thema veranstaltet. Das jeweilige Thema wird von den teilnehmenden Institutionen gemeinsam ausgewählt. Viele der Aktionen finden in Kooperation statt und sind offen für alle Interessierten. So haben die Kinder und Erwachsenen im Stadtteil die Möglichkeit, neue Orte kennenzulernen. Darüber hinaus können die Institutionen neue Netzwerke aufbauen und bestehende stärken.

Kooperationen zwischen Schulen, Kommunen und Hochschulen

Einleitung

Einleitung

Flüchtlinge können grundsätzlich unabhängig vom Stand ihres Asylverfahrens und von ihrem Aufenthaltsstatus ein Studium aufnehmen, wenn sie die entsprechenden hochschulrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. In Einzelfällen kann allerdings ein ausländerrechtliches Hindernis bestehen. Flüchtlinge, die ein Studium aufnehmen, werden hochschulrechtlich der Gruppe der Bildungsausländer*innen zugeordnet. Für Flüchtlinge im Studium gelten grundsätzlich dieselben Regelungen wie für ausländische Studienbewerber*innen sowie Studierende. Allerdings bestehen gegenüber ausländischen Studierenden, die sich zu Studienzwecken in Deutschland mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 16 Abs. 1 AufenthG aufhalten, Besonderheiten aufgrund des Aufenthaltsstatus, die bei der Studierenden-Beratung von Bedeutung sein können. Diese Besonderheiten betreffen vor allem den Bereich des Sozial-, Förder- und Aufenthaltsrechts. Flüchtlinge können durch Aufnahme eines Studiums keinen Wechsel von einem Aufenthaltsstatus aufgrund eines Asylantrags in einen Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums vornehmen. Dagegen ist es für Ausländer*innen beispielsweise mit einem gültigen Aufenthaltstitel zum Zweck des Studiums grundsätzlich möglich, Asyl zu beantragen. [Hochschulzugang und Studium von Flüchtlingen, eine Handreichung für Hochschulen und Studentenwerke, Herausgeber Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Oktober 2016.]

 

Ausgangslage

Ausgangslage

  • Durch gute Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kommunen, Hochschulen und Betrieben konnten Übergänge bereits besser gestaltet werden. 
  • Es sind unterschiedliche Ausprägungen der institutionsübergreifenden Kooperation erkennbar. Wichtige Akteur*innen, die diese Kooperationen gezielt fördern, sind die LaKI, die einzelnen KIs und auch RuhrFutur.
Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Neu zugewanderte Jugendliche werden beim Übergang von der Schule in die (Fach-)Hochschule bzw. in das duale Studium in ihrer sprachlichen und beruflichen Integration unterstützt. Um ihre Berufswahlkompetenz zu stärken, werden sie über das deutsche bzw. NRW-spezifische Schul- und Ausbildungssystem aufgeklärt. 
Um die Bildungschancen der neu zugewanderten Jugendlichen zu verbessern, arbeiten Schulen, Kommunen und Hochschulen in verlässlichen Strukturen zusammen. Die Jugendlichen werden in diesen Übergangsprozess systematisch einbezogen. Zudem erhalten sie Informationen über den Umgang mit Behörden sowie Unterstützung im Hinblick auf ein eigenständiges Leben. Dies betrifft Bereiche wie Wohnen, gesundheitliche Versorgung, Freizeit und Sportangebote. In der Regel kennen die Eltern die Stärken und Schwächen ihrer Kinder gut. Deshalb werden sie in den Prozess der Berufswahlorientierung als kompetente Partner*innen miteinbezogen und bekommen alle relevanten Informationen.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Für neu zugewanderte Jugendliche stehen Unterstützungsangebote zur Erreichung der Allgemeinen Hochschulreife bzw. der Fachhochschulreife zur Verfügung.  
  • Gemeinsam mit den neu zugewanderten Jugendlichen werden im Rahmen der Berufsorientierung aufenthaltsrechtliche Fragen geklärt.
  • Zeugnisse, die Jugendliche aus ihren Herkunftsländern mitbringen, werden zeitnah anerkannt.
  • Für neu zugewanderte Jugendliche sind in ausreichendem Umfang Beratungsangebote für die berufliche Orientierung im akademischen Bereich vorhanden.
  • Zu Informationsveranstaltungen, die der beruflichen Orientierung dienen, wird in mehreren Sprachen eingeladen. Darüber hinaus stehen den Jugendlichen mehrsprachige Informationsbroschüren zur Verfügung.
  • Die weiterführenden Schulen, das Regionale Bildungsbüro und das Kommunale Integrationszentrum arbeiten eng mit der Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA-kompakt) und der „Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ (KoKoBiNz) sowie mit den angrenzenden Hochschulen zusammen.
  • Es werden Universitäten gewonnen, die neu zugewanderten Jugendlichen die Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen im Hochschulbereich zu sammeln.
  • Die Hochschulen bieten spezielle Unterstützungsmöglichkeiten (Erlernen der Fachsprache, Studienberatung, psychosoziale Beratung) für neu zugewanderte Jugendliche an.
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • UniverCity Bochum: UniverCity Bochum ist das bundesweit einzigartige Netzwerk aus insgesamt zwölf Partner*innen, darunter sieben Bochumer Hochschulen und die Stadt Bochum. Der Verbund setzt sich dafür ein, Bochum als Stadt der Wissenschaft und Bildung noch bekannter zu machen.

https://www.univercity-bochum.de/studieren/gefluechtete-studierende

  • NRW Talentscouting

https://www.nrw-talentzentrum.de/  

  • Bildungschancen Ruhr: „Bildungschancen Ruhr“ ist das Ergebnis einer gelingenden Kooperation vieler Akteur*innen im Ruhrgebiet. Die Bildungsinitiative RuhrFutur und der Regionalverband Ruhr (RVR) betreiben die Anwendung gemeinsam. Die Kommunen Bochum, Bottrop, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie sechs Hochschulen (Ruhr-Universität Bochum, Fachhochschule Dortmund, Technische Universität Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr West, Westfälische Hochschule), die Transferagentur Bildungsmanagement NRW und die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung tragen mit ihrer Expertise zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Anwendung bei. Die Daten werden von den Kommunen und Hochschulen nach gemeinsam erarbeiteten Standards eingepflegt, klassifiziert und aktualisiert.

https://www.bildungschancen.ruhr/app02/@382373.813421135,5705626.57746095,10,10  

  • Berufsinformationsmesse (BIM): Hier können sich Interessierte über Berufe und Studienmöglichkeiten informieren. Für Neuzugewanderte, die nicht ausreichend Deutsch können, stehen Sprachmittler*innen zur Verfügung (für die Sprachen Kurdisch, Arabisch, Persisch und Türkisch).

https://bim-was-geht.de/   

  • Bochum für Toleranz: Demokratie- und Integrationskonferenz

https://www.bochum.de/Pressemeldungen/7-November-2019/Bochum-fuer-Toleranz-Demokratie--und-Integrationskonferenz-im-Audimax  

  • Netzwerklandkarte des KI: Die Netzwerklandkarte des Kommunalen Integrationszentrums fördert die Vernetzung zwischen Schulen, Kommunen, Hochschulen und Betrieben. Im Rahmen des Projektes Wegbereiter wurde eine zweiteilige Netzwerklandkarte erstellt, um die in Bochum vorhandenen Netzwerke, die sich hauptsächlich oder im Querschnitt mit dem Thema Zuwanderung/Migration befassen, darzustellen. Insgesamt wurden 45 Gremien identifiziert. Die Gremien wurden in einer Netzwerklandkarte nach Themenbereichen zusammengefasst. Durch die Sammlung der verschiedenen Arbeitsgruppen und -kreise, Netzwerke, Gremien, runden Tische etc. soll Transparenz geschaffen werden: Schnittstellen können aufgezeigt und die weitere Vernetzung sowie Kontaktaufnahme unterstützt werden.

Link: https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W2BL9CU8122BOCMDE/$File/Netzwerksammlung_Neu_Zugewanderte.pdf   

  • QuAZ e. V. – Ein breites Bündnis für Integration: Der Verein unterstützt gezielt Bildungsmaßnahmen für Zugewanderte, die den aktuellen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes entsprechen. Dies realisiert der Verein in Kooperation mit Betrieben und anderen Institutionen bzw. Bildungsträgern und/oder Dritten.

netzn.de/b/da3f93e5-1587-4bfb-a02f-c920a15efa15/quaz-e-v-ein-breites-buendnis-fuer-integration

www.gewerkstatt.de/de/quazruhr

Mülheim an der Ruhr:

Kreis Recklinghausen:

  • Netzwerkexperiment
  • Mikroprojekt: Berufsbörse Castrop-Rauxel
  • Seiteneinsteigernetzwerk: Hier handelt es sich um ein Netzwerk von Akteur*innen, die Neuzugewanderte bei der Schulplatzwahl beraten und Schulplätze vermitteln. Das Seiteneinsteigernetzwerk wird vom KI betreut.

Einbeziehung der Neuzugewanderten

Ausgangslage

Ausgangslage

Für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche ist die Erfahrung wichtig, als Persönlichkeit gesehen, wertgeschätzt und ernst genommen zu werden. Viele von ihnen mussten schnell erwachsen werden. Häufig unterstützen sie ihre Eltern bei Behördengängen und fungieren hier als Übersetzer. Bei Fragen des Aufenthalts- und Asylverfahrens werden sie hingegen nicht beteiligt, Ihre Sichtweise auf diese Themen wird nur selten berücksichtigt.  
Zum Alltag neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher gehört oft ein Leben auf engstem Raum. Für sie gibt es kaum Privatsphäre, wenig Unterstützung im schulischen Bereich und noch weniger Angebote zur Gestaltung ihrer Freizeit. Daher ist es eine wichtige Aufgabe für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter*innen, neu zugewanderte Kinder und Jugendliche bei allen für sie relevanten Themen miteinzubeziehen und anzuhören. Die Kinder und Jugendlichen sollten dabei auch Erfahrungen der Selbstwirksamkeit und der Selbstbestimmung machen können.

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele

Neu zugewanderte Kinder werden in allen für sie wesentlichen Belangen beteiligt. Sie werden von den Lehrkräften und den pädagogischen Fachkräften bei der Planung von schulischen und außerschulischen Maßnahmen ihrem Alter entsprechend einbezogen. Zudem werden die Bedarfe der neu zugewanderten Kinder auch an weitere Gremien der Kommune herangetragen oder direkt mit einbezogen.

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

Übergeordnete Erfolgsfaktoren

  • Verbesserte Akzeptanz von Angeboten durch Neuzugewanderte
  • Direkte Ansprache der neu zugewanderten Schüler*innen durch Bildungsbegleiter*innen an der Schule
  • Miteinbeziehen der neu zugewanderten Jugendlichen bei der Berufsorientierung und der Auswahl der Betriebe
  • Bereitstellung eines Raumes, in dem neu zugewanderte Schüler*innen neue Projektideen entwickeln können
  • Entwicklung von wohnortnahen (Freizeit-)Angeboten gemeinsam mit den neu zugewanderten Schüler*innen
Good-Practice-Beispiele

Good-Practice-Beispiele

Bochum:

  • Neu in Deutschland – Zeitung über Flucht, Liebe und das Leben

nid-zeitung.de

  • Here – Von Geflüchteten. Für Bochum.

here-in-bochum.de

Mülheim an der Ruhr:

Kreis Recklinghausen:

  • Sprachmittlerpool des KI: Hier sind ehrenamtliche Laien-Sprachmittler*innen, die in der Regel einen Migrationshintergrund haben, in bestimmten Situationen als Sprachmittler*innen tätig.
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